Sternzeichen Zwillinge
Der Zwilling
21. Mai - 21. Juni
Das Symbol dieses Zeichens ist nicht mehr animalisch, sondern Menschlich. Auf das Widder-Baby und das Stier-Kind folgen der Knabe und das Mädchen. Es ist noch immer Frühling, es handelt sich noch nicht um „Erwachsene“, aber die animalische Urkraft tritt zurück, und das Geistige meldet sich, wenn auch noch nicht in reifer Form. Der Widder war der Pionier, der sich mit der Rauhen Natur auseinandersetzen muß; der Stier der Ackerbauer und Viehzüchter, der Mann des Besitzes. Nun folgt der - noch spielerische - Denker, der erste Theoretiker, der Gedanken um ihrer selbst willen liebt und nicht notwendigerweise, weil sie zu etwas Bestimmtem führen - etwa dazu, daß man den Feind überlistet (Widder) oder daß man seinen Besitz mehrt (Stier).
Er ist der erste Intellektuelle. Er ist beredt und selbst ein begeistertster Zuhörer. Er glaubt auch - meistens -, was er sagt. Aber er glaubt es - meistens - nicht lange.
Mehr als alle anderen Zeichen des Tierkreisese ist er „dem Wechsel untertan“. Alles, was lange dauert, langweilt ihn (und die Langeweile ist sein Todfeind). So wechselt er seine Überzeugungen, seine Ansichten, seine Theorien und ... seinen Beruf. Seinen Beruf wechselt er im Durchschnitt vier- oder fünfmal.
Niemand bildet sich so rasch ein Urteil wie er, niemand ist so rasch mit einer Sache fertig wie er. Und niemand irrt sich so oft ... Wenn der Widder sich irrt, wird er ärgerlich. Wenn der Stier sich irrt, bleibt er trotzdem dabei und geht mit dem Kopf durch die Wand. Wenn der Zwilling sich irrt, gibt er es zu und wechselt seine Meinung. Denn es ist vernünftig - das ist sein höchstes Lob und sein Kriterium par excellence. Was vernünftig ist, ist gut. Bis man gemerkt hat, daß es nicht stimmt. Dann hat man sich eben geirrt.
Der Zwilling liebt: das Vernünftige, den Wechsel, das Reisen, die Bewegung an sich und schlechtweg, das Wortgefecht, die Verhandlung, den Witz, die Veränderung, die Geschwindigkeit, die Wendigkeit, das Schnittige, Moderne (weil es modern, nicht weil es schön ist), das Elegante, das Fragen, die Beredsamkeit, die Aktivität, den Betrieb.
Der Zwilling hasst: das Andauernde, das Stete, das Gleichbleibende, die Stagnation, das Dogma, das Traditionelle, das Schwerfällige, die Antwort, wenn sie endgültig ist, das Alleinsein, die Naturverbundenheit, die Selbsteinkehr.
Wo er ist, muß Betrieb sein, es muß „etwas passieren“. Wo nichts passiert, da bleibt er nicht.













