Sternzeichen Steinbock
Der Steinbock
22. Dezember - 20. Januar
Das Leben ist nicht mehr leicht, wenn zwischen dem 21. Dezember und dem 19. Januar der Steinbock geboren wird. Aber die Lichter, die wir nun so frühzeitig anzünden müssen, sind ein Symbol sowohl der Erinnerung wie der Hoffnung. Es ist noch nicht so lange her, dass die Sonne schien und wärmte. Es ist nicht mehr so lange hin, bis sie wieder scheinen und wärmen wird.
Inzwischen aber ist das Leben ernst und hart, wenn auch nicht notwendigerweise bitter. Wir haben harte Aufgaben zu erfüllen und mühselige Arbeit zu verrichten. Aber auch das ist Freude, ja wir merken, dass gerade im mühsam errungenen Sieg ein ganz besonderer Reiz liegt, mit dem sich der Preis, der uns in den Schoß fällt, nicht messen kann. „Und wenn es köstlich war, so ist es Mühe und Arbeit gewesen.“
Oft ist es, als käme der Steinbockgeborene schon als Erwachsener zur Welt. Dann fehlt ihm die Freude am lärmenden Spiel, er ist „altklug“, über seine Jahre hinaus gereift, ernst und verschlossen.
Es fällt ihm nicht leicht, sich an andere anzuschließen, schon gar nicht, sich liebenswürdig zu geben. So bleibt er oft für sich allein, grübelt viel und liest.
Er will etwas leisten. Und da er sehr bald merkt, dass ihm nichts in den Schoß fällt, trainiert er sich für den Lebenskampf auf seine eigene Art und Weise. Er ist ein Kletterer. Schritt für Schritt, Zoll um Zoll bahnt er sich seinen Weg aufwärts, und kein Weg ist ihm zu steil und kein Gestrüpp zu dicht. Es geht langsam, aber unafhaltsam.
Erst wenn der Kampf gewonnen ist, wenn er das Hochland erreicht hat, wo kein Gestrüpp mehr wächst und wo es endlich leichter geht, dann erst entspannt er sich ein wenig und wird milder.
So kommt es, dass der Steinbockgeborene in der zweiten Hälfte seies Lebens meist beliebter ist als in der ersten. Denn in der ersten ist er’s selten.
Zwar schätzt man ihn ungemein und respektiert ihn hoch, denn er ist fleißig und gründlich und gewissenhaft wie kein Zweiter, er ist pünktlich und zielstrebig, und man kann ihm vertrauen. Aber „warm werden“ kann man bei ihm nicht.
Hier gibt es den trockenen Prokuristen, den ernsten Schulleiter, den tüchtigen Beamten, den umsichtigen Kanzleichef, den verlässlichen Abteilungsleiter, Ingenieur und Mechaniker. Hier gibt es auch den gewissenhaften Vermögensverwalter anderer, den Anwalt, den Historiker und Archäologen und Aktenprüfer.
Der Steinbock liebt: die Arbeit, das Sich-Mühe-Geben, das Stete, Ruhige, Langsame, die Verantwortung, die Pflicht, den Ernst, die Verlässlichkeit, das Ehrenhafte, Gründliche, Tüchtige, das Althergebrachte, Traditionelle, die Konvention, die Routine, das Regelmäßige und die Regel, die Geduld, die Korrektheit, die gerechte Strenge, die Reserve.
Der Steinbock hasst: das Unseriöse, Faule, Ziellose, Abschweifende, Verantwortungslose, den Mangel an Ernst, das allzu Rasche, das Impulsive, die Ausnahme von der Regel, das Unerhörte, das Sensationelle, das allzu Moderne, die Schlamperei und das Spielerische.
Er liebt es nicht, „sich gemein zu machen“, und wirkt daher oft hochmütig. Er kann nicht so recht aus sich heraus, es ist als strecke er in der harten Schale, dem Panzer, den sich der weiche Krebs mit so viel Mühe bilden muß – und so wirkt er langweilig.
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